Fokus-Probleme beim Autoguiding? So passt der Svbony SV238 OAG perfekt zur SV905C
- sfeichtenboeck
- 12. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Wer in die Astrofotografie eintaucht, stolpert früher oder später über das Thema Guiding. Ein Off-Axis-Guider (OAG) wie der Svbony SV238 ist eigentlich eine geniale Lösung: Er zweigt Licht für die Guiding-Kamera ab, ohne dass ein schweres Leitrohr die Montierung belastet.
Doch in der Praxis wartet oft eine Hürde, besonders wenn man die kompakte Svbony SV905C nutzt: Der optische Weg. Sobald ein UV/IR-Sperrfilter ins Spiel kommt, wird der Abstand zwischen Prisma und Sensor oft zu groß – und man bekommt die Guiding-Kamera einfach nicht scharf gestellt.
Das Problem: Jeder Millimeter zählt
Damit Hauptkamera und Guiding-Kamera gleichzeitig scharf sind, müssen ihre Sensoren den exakt gleichen optischen Abstand zum Prisma haben. Der SV238 OAG ist zwar solide gebaut, aber in Kombination mit der SV905C und einem herkömmlichen Filtergehäuse baut das System zu lang. Der Sensor rückt zu weit nach außen, der Fokuspunkt liegt "innerhalb" der Kamera – Game Over für das Guiding.
Hier sind zwei DIY-Lösungen, mit denen du wertvolle Millimeter sparst und endlich ein scharfes Sternbild auf den Guiding-Sensor bekommst.
Lösung 1: Der "Inlay"-Trick (Die saubere Variante)
Wenn dir nur ein kleiner Bruchteil an Weg fehlt, kannst du den Filter aus seinem sperrigen Gehäuse befreien.

Filter zerlegen: Schraube vorsichtig den Klemmring aus der Fassung deines UV/IR-Sperrfilters.
Glas entnehmen: Nimm das reine Filterglas heraus (Vorsicht: Nur am Rand anfassen!).
Direktmontage: Lege das Glas direkt in das Filtergewinde deiner SV905C Kamera.
Sichern: Nutze den Klemmring aus der ursprünglichen Filterfassung, um das Glas in der Kamera zu fixieren.
Der Vorteil: Du sparst die Bauhöhe des kompletten Filtergehäuses ein, behältst aber die Möglichkeit, alles rückgängig zu machen.
Lösung 2: Die "Low-Profile" Klebe-Lösung (Maximaler Weggewinn)
Wenn Lösung 1 noch nicht reicht, kannst du noch radikaler vorgehen. Durch das Weglassen des Klemmrings gewinnst du weitere 2 mm optischen Weg.
Vorgehensweise: Das nackte Filterglas wird direkt mit einem winzigen Punkt 2K-Kleber (Zwei-Komponenten-Kleber) am Rand fixiert.
Warum das hilft: Der Klemmring selbst hat eine gewisse Dicke. Wenn das Glas ohne Ring direkt plan aufliegt und verklebt wird, rückt die Kamera diese entscheidenden 2 mm näher an das Prisma des OAG heran.
Das Ergebnis: Diese 2 mm sind oft der "Sweet Spot", der darüber entscheidet, ob du den Fokus erreichst oder frustriert einpacken musst.

Fazit: Basteln gehört dazu
Die Astronomie ist oft ein Spiel um Millimeter. Während der SV238 OAG und die SV905C von Haus aus manchmal auf Kriegsfuß mit Filtern stehen, zeigen diese beiden Methoden, dass man mit ein wenig handwerklichem Geschick jedes Setup zum Laufen bringt.
Besonders die Klebe-Lösung ist ein echter Geheimtipp für alle, die mit extrem knappen Fokuswegen kämpfen. Jetzt steht knallharten Langzeitbelichtungen mit perfektem Tracking nichts mehr im Weg!
Hier noch der direkte Vergleich zwischen eingeklebtem Filter (links) und einfach aufgeschraubetem Filter (rechts). Der Weggewinn ist eindeutig


Mit der Klebe-Lösung kann dann die SV905C Guiding-Kamera bis auf Anschalg am Kameragehäuse in den Auszug des SV238 OAG geschoben werden. Dadurch hat man genügend Spielraum, um den Fokus am OAG präzise einzustellen.
Hast du ähnliche Erfahrungen mit dem Auflagemaß gemacht? Schreib es mir in die Kommentare!



Kommentare