top of page

Gemini EAF am Svbony SV555: So löst du das Platzproblem mit dem 3D-Drucker

Wer das Svbony SV555 besitzt, schätzt die kompakte Bauweise dieses kleinen Astrographen. Svbony liefert löblicherweise ab Werk bereits einen Adapter für Autofokus-Motoren (EAF) mit. Doch wer – wie ich – auf den leistungsstarken Gemini EAF setzt, erlebt beim Auspacken eine kleine Enttäuschung: Der Motor ist aufgrund seines etwas größeren Gehäuses schlichtweg zu massiv für die mitgelieferte Halterung.

Statt nun zur Feile zu greifen oder teure Speziallösungen zu kaufen, habe ich mich an den PC gesetzt und eine maßgeschneiderte Lösung entwickelt.



Das Problem: Ein paar Millimeter zu viel


Der Gemini EAF ist ein hervorragender Motor, aber sein Gehäusedesign weicht von den Standard-Maßen ab, für die der Svbony-Adapter ursprünglich konstruiert wurde. Das führt dazu, dass der Motor nicht sauber in die Aussparung passt oder der Riemen nicht korrekt fluchtet.

Mein Ziel war klar: Ich wollte einen Adapter entwerfen, der den Gemini EAF sicher hält, dabei aber so konzipiert ist, dass der originale Riemen und alle anderen Kleinteile aus dem Svbony-Lieferumfang ohne weitere Modifikationen am Teleskop selbst weitergenutzt werden können.



Die Lösung: CAD-Design und 3D-Druck


Mit der CAD-Software habe ich ein neues Motor-Bracket konstruiert. Der Fokus lag dabei auf drei Punkten:

  1. Passgenauigkeit: Die Aufnahmebohrungen wurden exakt auf die Dimensionen des Gemini EAF angepasst.

  2. Erhalt der Originalteile: Die Positionierung wurde so berechnet, dass der mitgelieferte Zahnriemen von Svbony weiterhin die perfekte Spannung hat.

  3. Stabilität: Da beim Fokussieren durch den Riemenzug Kräfte wirken, wurde das Bauteil mit verstärkten Wandungen konstruiert.



Montage: Ein kleiner Kniff mit großer Wirkung


Die Installation weicht bewusst vom Standardweg ab, um den nötigen Platz für das größere Gemini-Gehäuse zu schaffen. Anstatt den Motor wie beim Original-Bracket seitlich zu klemmen, nutzen wir die vorhandene Hardware clever aus:

  • Vixenschiene drehen: Die Vixenschiene, auf der das Teleskop sitzt, wird einfach um 180 Grad gedreht.

  • Front-Montage: Der neue 3D-Druck-Adapter wird nun an der Vorderseite der Schiene befestigt.

  • Plug & Play: In dieser Position hat der Gemini EAF genügend Freiraum. Der originale Riemen wird einfach über das Pulley gelegt und gespannt.


Das Ergebnis ist eine steife Verbindung, die den Motor sicher trägt, während der Schwerpunkt des Setups kompakt bleibt.



3D-Druckdatei


Der benötigte Adapter steht als 3D-Druckdatei auf Thingiverse zum Download bereit. Den entsprechenden Link findest Du hier:



Fazit: Individuelle Lösungen schlagen den Standard


Dieses Projekt zeigt mal wieder, warum ein 3D-Drucker mittlerweile fast zur Standardausrüstung für Astrofotografen gehört. Ein Kompatibilitätsproblem, das einen sonst zur Rücksendung von Hardware gezwungen hätte, lässt sich mit ein bisschen CAD-Arbeit und einem Perspektivwechsel bei der Montage (Schiene drehen!) elegant lösen.

Der Gemini EAF läuft am SV555 nun butterweich und die Sterne sind – dank Autofokus – perfekt scharf.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • Facebook Clean
  • Twitter Clean
  • White Instagram Icon

© 2023 by CHEFFY. Proudly created with Wix.com

verpasse keine Neuigkeiten!

Danke für's mitmachen!

bottom of page